Ist die agile Revolution weiblich? Eindrücke aus einer Panel-Diskussion zu Frauen in Führungspositionen

Förderung von Frauen-Karrieren: Eindrücke aus einer Panel-Diskussion und Buchvorstellung von Barbara Lutz vom Frauen Karriere Index.

Förderung von Frauen-Karrieren: Eindrücke aus einer Panel-Diskussion und Buchvorstellung von Barbara Lutz vom Frauen Karriere Index.

Für Frauen ist die Luft an der Spitze leider immer noch dünn, sehr dünn sogar. Frauen in Führungspositionen sind in Deutschland mit gerade mal einem Anteil von 22,6 Prozent stark unterrepräsentiert. In den größten börsennotierten Unternehmen ist es für Frauen sogar noch schlechter bestellt: In 110 von 160 deutschen Börsenunternehmen herrscht im Vorstand eine männliche Monokultur. Ein höherer Frauenanteil hätte jedoch zahlreiche Vorteile für Unternehmen: Mehr Innovationskraft, eine stärkere internationale Wettbewerbsposition, größerer wirtschaftlicher Erfolg. Diese Ansicht setzt sich glücklicherweise inzwischen vermehrt in Konzernen durch. Auch Barbara Lutz, Gründerin des Frauen Karriere Index, hat sich die systematische Förderung von Frauen in Führungspositionen zum Ziel gesetzt, und zwar anhand genauer Analysen für Unternehmen mit Hilfe des Management-Tools FKi. Vergangene Woche stellte Barbara Lutz ihr neues Buch „Frauen in Führung“ in München vor, anschließend gab es eine Panel-Diskussion zum Thema „Ist die agile Revolution weiblich?“.

Text100 unterstützt Barbara Lutz  in den Bereichen Social Executive Profiling, Social Media und Influencer Relations. Im Zeitalter der Digitalisierung sollte Social Executive Profiling fester Bestandteil von Leadership-Kommunikation sein, und gerade für Frauen in Spitzenpositionen bietet dies eine große Chance, ihren Botschaften Gehör zu verschaffen. Female Empowerment ist das Gebot der Stunde für (zukünftige) Karrierefrauen. Bei diesem Thema arbeiten Barbara Lutz und Text100 eng mit Silvia Hänig, Geschäftsführerin von iKOM, zusammen.

Der Frauen Karriere Index bietet genaue Analysen für Unternehmen zur Förderung von Frauen-Karrieren

An der Panel-Diskussion „Ist die agile Revolution weiblich?“ nahmen Vertreterinnen und Vertreter renommierter Unternehmen wie Accenture, BMW, Hewlett Packard, RWE und GFT teil. Was diese Unternehmen gemeinsam haben? Sie alle haben sich der Förderung von Frauen in Führungspositionen verschrieben und ließen ihre Organisationen dahingehend vom Frauen Karriere Index analysieren und indexieren. Dabei hat sich beispielsweise Accenture ein ambitioniertes Ziel gesetzt: Bis 2020 möchte das Unternehmen einen Frauenanteil von 50 Prozent erreichen. Bei der Diskussion wurde sehr schnell deutlich: Kein Fortschritt ohne Frauen. Birgit Heinold, Managing Director von Text100, Silvia Hänig und ich waren auch vor Ort, hier sind einige Insights:

Programmieren ist ein typischer Frauenberuf

Vor allem in Zeiten der Digitalisierung ist die Förderung von Chancengleichheit und Diversity im Unternehmen unerlässlich. In diesem Zusammenhang betonte Maria Dietz von GFT: „Die Digitalisierung stellt alles auf Null und Vieles wird neu definiert.“ Aber ist dem wirklich so? Können wir vorherrschende Stereotypen überwinden? Zum Beispiel in der IT: Wir müssen uns vom Bild des introvertierten Nerds in Holzfällerhemd lösen und diesen Berufszweig für Frauen wieder attraktiv machen. Wieder? Ein Fun Fact am Rande: Bis Mitte der Achtzigerjahre war die Hälfte aller IT-Studierenden weiblich, Programmieren war lange Jahre ein Frauenberuf. Wer wissen möchte, warum sich das schlagartig änderte, dem empfehle ich den SZ Plan W Podcast: Als Computer noch Frauensache waren.

Unternehmen als Impulsgeber für die Gesellschaft

Unternehmen sollten bei der beruflichen Förderung von Frauen Impulsgeber für die Gesellschaft sein. Aber hier gibt es noch einiges zu tun, beispielsweise im Bereich Wissenstransfer. Führungskräfte sollten sich als Vorbild für Nachwuchstalente sehen und ihr Wissen auch teilen. Apropos Nachwuchstalente: Nach Ansicht von Barbara Lutz teilen Frauen und Vertreter der Generation Y zahlreiche Werte. Denn Arbeit ist längst nicht mehr nur die Verrichtung einer Tätigkeit für einen Lohn, wie dies frühere Generationen gesehen haben. Da ich selbst der Generation Y angehöre, kann ich hier von eigenen Erfahrungen berichten. Arbeit hat heutzutage sehr viel mit Sinnstiftung und Selbstbestimmung zu tun. Wir arbeiten nicht mehr „nur“, sondern wir identifizieren uns zunehmend mit unserem Arbeitgeber, unseren Kunden und unseren Aufgaben.

Gleichzeitig werden flexible Arbeitsmodelle und Familienfreundlichkeit immer wichtiger und sollten von Unternehmen verstärkt gefördert werden – und zwar eben nicht nur für Frauen. 9 to 5 hat längst ausgedient. Die Förderung von Flexibilität bedeutet natürlich mehr Aufwand für Unternehmen. Aber gerade diese Veränderungsbereitschaft ist so wichtig, damit sich an der momentanen Situation etwas ändert. Wir müssen uns alle von gängigen Stereotypen lösen, Barrieren niederreißen und uns frei machen für Neues: Frei machen von verkrusteten Strukturen, Bequemlichkeit, und „Das haben wir immer schon so gemacht“!

Ich hoffe, bald blicken Vertreter der „Generation Zukunft“ auf uns zurück und können sich mangelnde berufliche Gleichberechtigung genauso wenig vorstellen, wie wir uns vorstellen können, dass es früher kein Wahlrecht für Frauen gab.

Interessieren Sie sich für Executive Profiling oder andere Themen aus dem Social-Media-Bereich? Gern können Sie dazu mit Lars Basche, Leiter des Text100 Digital & Content Teams, Kontakt  aufnehmen unter:  lars.basche@text100.de

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