PR lernen: 5 Survival-Tipps für den Alltag im Agentur-Dschungel

Als Praktikant bin ich vor sechs Monaten auf einer Insel namens Text100 gelandet. Neben PR-Experten und Content-Marketern tummeln sich hier SEO-Spezialisten und Digital Natives. Ich wollte von ihnen PR lernen – zunächst musste ich mich aber den lokalen Sitten anpassen. Dabei entstanden fünf Survival-Tipps für PR-Einsteiger.

Als Praktikant bin ich vor sechs Monaten auf einer Insel namens Text100 gelandet. Neben PR-Experten und Content-Marketern tummeln sich hier SEO-Spezialisten und Digital Natives. Ich wollte von ihnen PR lernen – zunächst musste ich mich aber den lokalen Sitten anpassen. Dabei entstanden fünf Survival-Tipps für PR-Einsteiger.

Survival? Klingt nach Tom Hanks, der in Unterhose auf eine Insel gespült wurde und keine Ahnung von Natur, Jagen oder Feuermachen hat. Alte – und wohl auch junge PR-Hasen – dürften über die folgenden fünf Tipps den Kopf schütteln. Für alle anderen da draußen, die das Handwerk der PR lernen wollen, ist hier eine Strategie, wie Ihr die ersten Wochen im Agentur-Dschungel gut übersteht.

 

PR lernen mir Notizbuch und Stift

Um das Handwerk der PR lernen und verstehen zu können, sind viele Notizen nötig

 

  1. Multitasking und Organisationstalent; oder, Modernes Inselmanagement

Tiefes Einlesen und -denken in einen Sachverhalt, systematische Recherche. Stein für Stein auf den anderen setzen, bis am Ende ein Gesamtwerk steht? Nicht am Anfang der Public Relations (kurz PR). Vielfältige Aufgaben von Recherchen, Email-Anfragen und Berichten über Anrufe und Briefings bis hin zum Einsortieren von Kameras, auf der PR-Insel kann es schon mal heiß hergehen. Schnelligkeit, Multitasking und Organisationstalent sind dabei gefragt. Klar, das liest man auch in Stellenanzeigen anderer Berufszweige; in der PR meinen die es aber ernst mit den Begriffen.

  1. Schnapp Dir ein Notizbuch und lass es nicht mehr los!

Auch schon auf PR-Anfänger kommt ein bunter Strauß an Aufgaben zu. Dabei ist aufmerksames Zuhören und Nachfragen, Notizen anfertigen und sortieren unumgänglich. Andernfalls wirst Du nach ein paar Tagen gefragt, wo denn nun das Reporting für Kunde X sei oder warum man nur über das Event Y und nichts über das Event Z herausgefunden habe. Außerdem sei doch „Shortcut“ bei der vergangenen Besprechung schon erklärt worden. Schreib alles auf – und frag nach, falls eine Aufgabe unklar ist. Man glaubt gar nicht, was man in der Hitze des PR-Dschungels unvollständig oder falsch auf die körpereigene Festplatte speichert.

  1. Office-Kompetenz: Kenne Dein Jagdwerkzeug!

Ebenso wichtig wie das Notizbuch: Outlook, Excel und PowerPoint. Ja, Outlook. Du weißt schon – das Programm, das zusätzlich auf Deinem PC installiert ist und Du nie benutzt hast, weil es ja die Web.de-Seite gibt.

Um das Handwerkszeug der PR lernen und anwenden zu können, durfte ich gleich in fünf Kundenteams mitwirken. Diese Vielfalt ist spannend und herausfordernd zugleich. Denn es bedeutet auch eine Flut an Emails. Und jede könnte wichtig sein für die aktuelle Aufgabe. Deshalb solltest Du Dich unbedingt mit den Outlook-Regeln vertraut machen. Damit werden die Emails sofort in die Ordner Deiner Projekte verteilt und Du behältst den Überblick. Excel ist wichtig für Verteiler-Listen und Journalistenkontakte, PowerPoint für Präsentationen vor dem Kunden oder interne Recherchen. Damit sollte Dein digitaler Köcher prall genug gefüllt sein, um in der PR-Wildnis halbwegs kompetent Beute zu machen.

  1. Die Sprache der Stammesältesten lernen

Ich war noch nicht lange dabei, da ereilten mich bereits die ersten Laute der (Digital) Natives. Vor allen durch die Stammesältesten, also Seniors und Teamleiter, konnte ich Tag für Tag ein neues Wort in der Sprache der PR lernen: Von „Hier die Templates für das Reporting. Die Clippings sollten aus dem Zeitraum Juni/Juli stammen. Wichtig fürs Wording ist …“ über „Gerade bei den Features der „Tier one“-Medien sollten wir uns nach neuen Topics für Pitches und Shortcuts umschauen, um sie rechtzeitig anzuteasern“ bis „Hast du die Coverage für die Events von letzter Woche herausgesucht, die wir im letzten Call besprochen hatten?“ hatte ich zu Beginn meines Praktikums bei Text100 kaum etwas verstanden. Nach ein paar Wochen schon sprach ich PR-uanisch wie meine Muttersprache.

 

Vier bunt gekleidete Stammesfrauen

„Pitch“ ist wohl das wichtigste Wort für PR-Stammesmitglieder

 

Wie oben schon erwähnt, hat man in der PR einen „Call“, also die berufliche Bezeichnung für Anruf/Telefonat. Das ist wichtig, dachte ich mir. Würde man per Email an die Kollegen schreiben, man habe gleich einen Anruf, könnten die am Ende denken, die Oma oder Schwiegermutter rufe gleich in der Agentur an. Du solltest Dich also im Internet oder anderswo kurz über die PR-Begriffe schlau machen, um unnötige Fettnäpfchen zu vermeiden. Die Mitglieder des PR-Stammes werden es Dir mit viel Kuchen und leckeren Softdrinks zu allen möglichen Anlässen danken.

  1. Social Media; oder, Die Kunst des Feuermachens

Zähle jetzt sofort alle Social-Media-Kanäle auf, die Dir einfallen. Fertig? Super! Wenn Deine Hand allerdings weniger als fünf ausgestreckte Finger zeigt, solltest Du Dich noch mal um das Thema Social Media kümmern. Denn oft führt der Einstieg in die PR vom Praktikum über das Volontariat und schließlich zum „Junior Consultant PR/Social Media“. Das heißt, Tweets und Facebook-Beiträge posten sind für Dich so selbstverständlich, wie den Kühlschrank zu öffnen – und alles, was über diese Social-Media-Skills hinausgeht, solltest Du Dir schleunigst aneignen.

Der Draht ist heiß, die Jagd kann beginnen.

Kommunikativ zu sein, also die Freude am verbalen Austausch mit anderen Menschen, ist in einer PR-Agentur ein „Must-have“. Denn Du redest mit Deinen Teams, mit Deinen Kunden und eben über diese und deren Themen mit Journalisten. Besonders der Kontakt mit Journalisten ist spannend. Ob Handelsblatt, WirtschaftsWoche, SZ, FAZ – irgendwann hat man sie alle am Telefon.

Noch aufregender wird es, wenn es einen aktuellen Anlass gibt, zu dem genau Dein Kunde etwas sagen kann. Dann geht es um Minuten, denn sonst hat der Journalist sich an dem Tag einen anderen Interviewpartner gesucht. Doch nicht nur aus aktuellem Anlass, auch sonst muss man mit einer Vielzahl an Journalisten telefonieren, um Themen des Kunden vorzustellen. „Pitchen“ sagen die Eingeborenen dazu – wohl das wichtigste Wort, wenn man PR lernen und verstehen will.

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